Die Welt der Insekten

Insekten erkennt man an ihren sechs Beinen. Derzeit sind über eine Million Insektenarten bekannt, jedes Jahr werden tausende weitere Arten entdeckt und beschrieben. Diese vielfältige Tiergruppe spielt eine wichtige Rolle in der Natur und in unserem Alltag!

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Die Vielfalt der Insekten

Insekten begegnen uns im Alltag immer wieder – als farbenprächtige Schmetterlinge im Garten, flinke Ameisen beim Waldspaziergang oder leuchtende Glühwürmchen in der Nacht. Sie sind in allen Lebensräumen, mit Ausnahme der Ozeane, zu finden.

Culiseta alaskaensis
Culiseta alaskaensis
Diese Mückenart ist an die Kälte angepasst und kommt sogar in der Tundra vor.
Nebeltrinker-Käfer
Der Nebeltrinkerkäfer kommt in der Namibwüste vor. Er kann sich geschickt durch den Sand bewegen.

Zwergwespen und Zwergkäfer (0,35 bis 1,3 mm lang) zählen zu den kleinsten Insekten. Zu den größten Insekten gehören die Stabschrecken (je nach Art 33 cm oder länger), der Atlasspinner (Flügelspannweite bis zu 30 cm) und der Herkuleskäfer (17 cm lang, Larven bis zu 20 cm).

Zwergwespe
Zwergwespen legen ihre Eier in die Eier anderer Insekten.
Herkuleskäfer
Der Herkuleskäfer zählt zu den größten Käfer- und Insektenarten.

Insekten haben unterschiedlichste Lebensweisen entwickelt und sind an verschiedene Umweltbedingungen angepasst: sie sammeln Pollen und Nektar, sie leben von verschiedenen Pflanzenteilen oder saugen Pflanzensäfte, sie leben parasitisch, sie leben in Symbiose mit anderen Tieren, sie leben räuberisch und sie leben im Boden von organischem Material.

Manche Ameisen leben mit Blattläusen in einer Symbiose.
Kopflaus
Kopfläuse sind Parasiten, die sich vom Blut des Menschen ernähren.

Folgende Übersicht gibt einen Überblick über die Einteilung der Insekten.

In der Natur erfüllen Insekten viele Aufgaben und auch in unserem Alltag spielen sie eine wichtige Rolle. Manche begegnen uns als Parasiten, Krankheitsüberträger oder Schädlinge. Ordne die fehlenden Informationen richtig zu!

Insekten sind für die Umwelt, als Nahrung für andere Tiere und als Bestäuber von zentraler Bedeutung. Was können wir tun, um sie zu schützen? Sammelt gemeinsam Maßnahmen dazu!

Info für Lehrende

Körperbau

Der Körper von Insekten ist in drei Abschnitte – Kopf, Brust und Hinterleib – gegliedert. Diese Körperteile sind durch häutige Gelenke miteinander verbunden. Die inneren Organe werden durch das Außenskelett aus Chitin geschützt. Da ihr Außenskelett nicht mitwächst, müssen sich Insekten regelmäßig häuten.

Lerne hier den äußeren Bau von Insekten am Beispiel der Honigbiene kennen!

    Abb. 7

    Augen der Insekten

    Die Facettenaugen (Komplexaugen) bestehen aus vielen kleinen Einzelaugen, die zusammen ein grobes Mosaikbild der Umgebung liefern.

    Facettenauge
    Facettenaugen bestehen aus vielen Einzelaugen.

    So nehmen Insekten ihre Umgebung mit den Komplexaugen wahr.

    Lavendel

    Insekten können mit den Facettenaugen Bewegungen erkennen und schnell darauf reagieren. Manche Insektenarten können auch Farben sehen, Bienen sogar im UV-Bereich. Im Vergleich zu den Augen der Wirbeltiere haben Facettenaugen eine deutlich geringere Auflösung und liefern kein scharfes Bild.

    Hainschwebfliege
    Hainschwebfliege
    Diese Facettenaugen ermöglichen eine gute Rundumsicht.

    Die Anzahl der Einzelaugen hängt von der Insektenart, der Lebensweise und der Körpergröße ab. Libellen sind tagaktive, schnelle Jäger – ihre Facettenaugen können aus bis zu 30 000 Einzelaugen bestehen. Bei manchen Ameisenarten sind bei den Arbeiterinnen nur wenige hundert vorhanden.

    Überlegt gemeinsam, warum Ameisen weit weniger Einzelaugen als Libellen haben!

    Info für Lehrende
    Große Königslibelle
    Die Große Königslibelle ist eine der größten Libellenarten Mitteleuropas. Sie erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 11 cm.
    Kopf einer Roten Waldameise
    Kopf einer Roten Waldameise.

    Viele Insekten besitzen neben den Komplexaugen meist drei Punktaugen (Ocellen) auf der Stirn. Diese dienen der Wahrnehmung von Helligkeitsunterschieden und helfen bei der Flugstabilisierung, da sie den Insekten eine bessere Einschätzung ihrer Lage im Raum ermöglichen.

    Punktaugen einer Hornisse
    Punktaugen einer Hornisse

    Mundwerkzeuge

    Die Mundwerkzeuge dienen der Nahrungsaufnahme. Abhängig von der Ernährungsform sind sie unterschiedlich gestaltet. Beispielsweise haben Heuschrecken beißende Mundwerkzeuge, mit denen sie feste Nahrung zerkleinern können.

    Bestimmt findest du zu den Bezeichnungen das jeweils passende Beispiel!

    Welches dieser Insekten besitzt Beine Mundwerkzeuge?

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    Insektenbeine

    Insekten tragen an jedem Brustsegment ein Beinpaar. Da die sechs Beine gegliedert sind, sind sie sehr beweglich und gelenkig. Viele Insekten haben an ihren Füßen Haftpolster und Klauen, um an Pflanzen, Wänden und glatten Oberflächen zu haften. Manche Beine haben spezialisierte Sinneszellen, um vor allem tasten zu können, Temperaturänderungen zu erkennen, Geschmacksstoffe wahrzunehmen oder Feuchtigkeit zu registrieren. Viele Arten der Heuschrecken haben an ihren Vorderbeinen ein spezialisiertes Organ, um Schall wahrzunehmen.

    Punktierte
    Zartschrecke
    Punktierte Zartschrecke
    Viele Heuschrecken hören mit den Beinen!

    Die Beine der Insekten sind an ihre jeweilige Funktion angepasst. Die langen Hinterbeine der Heuschrecken sind Sprungbeine, Maulwurfsgrillen haben große Grabbeine.

    Bestimmt kannst du den Bezeichnungen die passende Abbildung zuordnen!

    Welches dieser Insekten besitzt Beine?

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    Innere Anatomie

    Bereits die äußere Anatomie eines Insekts zeigt, dass sich diese Tiere im Körperbau deutlich von Wirbeltieren unterscheiden. Auch im Inneren weisen Insekten viele Besonderheiten auf. Wie atmen Insekten? Wie sieht ihr Nervensystem aus? Wie funktioniert ihr Kreislauf?

    Erkunde die anatomischen Besonderheiten von Insekten am Beispiel einer Biene! Denk dabei auch an den Bau von Wirbeltieren und überlege, was ähnlich und was ganz anders ist!

      Abb. 14

      Die Körperflüssigkeit der Insekten ist nicht rot wie das Blut der Wirbeltiere, sondern meist farblos oder blassgelb. Überlege, warum das so ist!

      Insekten atmen durch Tracheen. Sie bringen den Sauerstoff direkt zu den Organen. Die Körperflüssigkeit der Insekten transportiert zum Beispiel Nährstoffe, Abfallstoffe und Hormone – aber keinen Sauerstoff. Wirbeltiere (und auch Regenwürmer) haben rotes Blut, weil es ein Eiweiß namens Hämoglobin enthält. Dieses enthält Eisen, das ihm die rote Farbe verleiht. Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Körper von Wirbeltieren verantwortlich.

      Wie fliegen Insekten?

      Trotz ihrer Größe können Insekten beachtliche Flugleistungen erbringen. Manche können weite Distanzen zurücklegen, mehrere Stunden am Stück fliegen und im Flug schwere Lasten transportieren.

      Hummel mit vielen Pollen
      Honigbienen und Hummeln können das eigene Körpergewicht (oder mehr) an Pollen und Nektar im Flug tragen.
      Bienenflügel unter einem Elektronenmikroskop
      Honigbienen haben an ihren Flügeln kleine Häkchen. Mit ihnen können sie Vorder- und Hinterflügel zu einer großen Tragfläche verbinden, um den Auftrieb zu erhöhen.
      Pferdebremse
      Pferdebremsen zählen neben Libellen zu den schnellsten Fliegern unter den Insekten (ca. 50 km/h).

      Die Flugmuskeln der Insekten sind besonders stark. Manche Insekten (z. B. einige kleine Mückenarten) können bis zu 1 000-mal in der Sekunde mit ihren Flügeln schlagen. Da Insekten ein Außenskelett haben, sind ihre Muskeln im Inneren des Körpers befestigt. Sie ziehen am Panzer, um damit Beine, Mundwerkzeuge und Flügel zu bewegen. Manche Insekten, beispielsweise Libellen, haben eine Flugmuskulatur, die direkt die Bewegung der Flügel steuert.

      Hainschwebfliege
      Hainschwebfliege
      Fliegen haben nur ein Flügelpaar. Die hinteren Flügel sind zu Schwingkölbchen umgestaltet, die dabei helfen, die Fluglage zu stabilisieren und das Gleichgewicht zu halten.
      Flug
      Ziehen sich die Muskeln zusammen, werden die Platten des Außenskeletts bewegt.

      Entwicklung

      Bei den Insekten unterscheidet man zwei Gruppen, abhängig von ihrer Entwicklung vom Ei bis zum erwachsenen, geschlechtsreifen Tier (Imago, Vollinsekt). Die Umwandlung vom Ei bis zum Erwachsenenstadium wird auch als Metamorphose (Gestaltwandel) bezeichnet.

      Vollständige Verwandlung

      Bei vielen bekannten Insektenordnungen wie Käfer, Hautflügler, Schmetterlinge und Zweiflügler liegt diese Form der Entwicklung vor.

      Bei der vollständigen Verwandlung (holometabole Entwicklung) durchlaufen Insekten eindeutig voneinander unterscheidbare Entwicklungsphasen: Ei, Larve, Puppe und Imago.

      Die Puppenhülle dient dem Schutz und der Tarnung. Manche Insektenlarven – wie viele Nachtfalter und einige Wespenarten – spinnen dafür einen Kokon, der von der Larve hergestellt wird.

      Großer Kohlweißling
      Puppe des Großen Kohlweißlings
      Kokon eines Seidenspinners
      Die Fäden der Kokons von Seidenspinnern werden für die Seidenproduktion verwendet.

      Betrachte hier eine vollständige Verwandlung am Beispiel des Kleinen Fuchses!

      In der ersten Klasse hast du die Entwicklung eines Froschs kennengelernt. Auch dort sehen die Larven (also die Kaulquappen) ganz anders aus als die erwachsenen Tiere. Erinnere dich und überlege, worin sich die Entwicklung eines Froschs von der Entwicklung eines Insekts mit vollständiger Verwandlung unterscheidet!

      Die Entwicklung eines Froschs verläuft über die Stadien Ei – Kaulquappe (Larve) – Frosch. Dabei unterscheiden sich die Lebensweise und das Aussehen der Kaulquappen stark von denen der erwachsenen Tiere. Anders als bei Insekten mit vollständiger Verwandlung gibt es aber keine Puppenphase, in der sich das Tier vollständig umbildet.

      Unvollständige Verwandlung

      Diese Entwicklungsform liegt unter anderem bei Gespenstschrecken, Schaben, Heuschrecken, Tierläusen und Termiten vor.

      Bei der unvollständigen Verwandlung (hemimetabole Entwicklung) entwickeln sich Insekten stufenweise vom Ei über mehrere Nymphenstadien zur Imago, ohne ein Puppenstadium zu durchlaufen.

      Betrachte hier eine unvollständigen Verwandlung am Beispiel des Grünen Heupferds!

      Im folgenden Video kann man die letzte Häutung zur Imago beobachten.

      Auch Zikaden sind Insekten mit einer unvollständigen Verwandlung.
      22. Die Welt der Insekten
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