Die Honigbiene: Ein besonderes Nutztier

Honigbienen sind die kleinsten Nutztiere des Menschen. Sie werden nicht nur zur Produktion von Honig oder zur Gewinnung anderer Bienenprodukte wie Bienenwachs oder Propolis gehalten. Sie sind auch für die Bestäubung vieler Nutzpflanzen von zentraler Bedeutung. Hier lernst du das faszinierende Leben der Honigbienen kennen!

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Honigbienen stellen sich vor

Die zu den Hautflüglern zählende Gattung der Honigbienen umfasst verschiedene Arten, die alle staatenbildend sind. Weltweit wird die Westliche Honigbiene (Apis mellifera) am häufigsten als Nutztier gehalten.

Die Westliche Honigbiene
Die Westliche Honigbiene
Die Östliche Honigbiene
Die Östliche Honigbiene wird in Asien häufig als Nutztier eingesetzt.

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Neben den Honigbienen gibt es in Österreich eine Vielzahl an Wildbienen. Worin unterscheiden sich Wildbienen von Honigbienen? Bestimmt kannst du die Informationen und Bilder richtig zuordnen!

Honigbienen Wildbienen
Nahaufnahme einer Honigbiene
Nahaufnahme einer Wildbiene
Westliche Honigbiene
Weidensandbiene
leben in Staaten leben meist einzeln (solitär)
überwintern im Bienenstock überwintern meist als Ei, Larve oder erwachsene Einzelbiene im Nest
Bedeutung: wichtige Bestäuber, Honigproduktion, weitere Bienenprodukte Bedeutung: wichtige Bestäuber
Nester aus Wachs; stellen Wachs selbst her nutzen vorhandene Materialien für den Nestbau
eine Art in Österreich um die 700 Arten in Österreich

Anatomie der Honigbiene

Der Körperbau einer Honigbiene entspricht dem Grundbauplan der Insekten. Die besonderen Merkmale der Honigbienen werden hier genauer betrachtet.

Der Körper der Honigbienen ist an ihre Lebensweise angepasst. Mit ihrem Saugrüssel nehmen sie Nektar aus den Blüten auf. Beim Blütenbesuch bleibt Pollen an ihren Haaren hängen, wodurch sie zur Bestäubung der Blüten beitragen.

Nektartrinkende Honigbiene
Beim Besuch von Blüten bleibt Pollen an den Haaren der Honigbienen hängen.
Pollenhöschen am Sammelbein

Entdecke in dieser Darstellung die anatomischen Besonderheiten einer Arbeiterin!

    Abb. 6

    Ein Bienenstich verursacht in der Regel eine Entzündung und eine Schwellung an der Einstichstelle. Besonders gefährlich ist ein Stich im Hals- oder Rachenraum, da dadurch die Atemwege zuschwellen können. Für Menschen mit einer Insektengiftallergie kann ein Bienenstich lebensbedrohlich sein.

    Besprecht gemeinsam, wie man sich nach einem Bienenstich verhalten soll!
    Was ist bei Allergikerinnen und Allergikern zu beachten?

    Info für Lehrende
    Ein Adrenalin-Autoinjektor (kurz: EpiPen) kann bei einem anaphylaktischen Schock Leben retten.

    Die Honigbiene als Nutztier

    Bereits vor 12 000 Jahren nutzten Menschen die Produkte wild lebender Honigbienen, indem sie deren Nester (z. B. in hohlen Baumstämmen und Felsspalten) aufspürten und Honig und Wachs entnahmen. Vor über 4 000 Jahren entwickelten sich in Ägypten und Mesopotamien erste Formen der organisierten Bienenhaltung. Auch heute noch spielt die Imkerei eine zentrale Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Nutzpflanzen.

    Diese 8 000 Jahre alte Höhlenmalerei (Valencia, Spanien) zeigt einen sogenannten Honigjäger.
    Imker bei der Arbeit

    Honigbienen könnten zwar ohne Imkerin oder Imker überleben und in manchen Regionen der Welt gibt es auch noch wild lebende Honigbienen. Allerdings gäbe es ohne Unterstützung durch Imkerinnen und Imker deutlich weniger Bienenvölker, da Honigbienen aufgrund unserer modernen Lebensweise nur noch wenige natürliche Nistmöglichkeiten finden.

    Bienenprodukte

    Das Hauptprodukt der Imkerei ist Honig, den Honigbienen zur eigenen Versorgung über den Winter herstellen. Beim Sammeln und beim Transport im Bienenstock fügen sie dem Nektar bestimmte Stoffe (Enzyme) aus ihren Futtersaftdrüsen hinzu, die ihn chemisch verändern: der Nektar wird süßer, besser verdaulich und er wird konserviert. Durch die Lagerung im Bienenstock verdunstet Wasser, der Honig dickt ein und wird dadurch besonders lange haltbar.

    Blütenhonig entsteht aus dem Nektar verschiedener Pflanzenarten. Sortenreiner Honig stammt hauptsächlich aus dem Nektar einer einzigen Pflanzenart.
    Inhaltsstoffe von Blütenhonig

    Bestimmt hast du schon einmal etwas von Waldhonig gehört. Aber woraus ist er eigentlich?

    Waldhonig stammt – im Gegensatz zu Blütenhonig – nicht aus Blütennektar, sondern aus Honigtau. Dieser entsteht, wenn Blattläuse oder Schildläuse den zuckerhaltigen Pflanzensaft aus Blättern, Nadeln oder der Rinde von Bäumen aufnehmen. Die süßen Ausscheidungen dieser Insekten (Honigtau) werden von den Bienen gesammelt und im Bienenstock zu Waldhonig verarbeitet.

    Welche weiteren Bienenprodukte nutzen wir? Finde zu jeder Beschreibung den passenden Begriff!

    Die Bienenwaben

    Die Arbeiterinnen sondern Bienenwachs ab, kauen es weich und bauen damit die Bienenwaben. Diese sind nicht nur hübsch anzusehen: Die sechseckige Form der Bienenwaben ist kein Zufall, sondern ein Meisterwerk der Natur und Mathematik. Daher dienen Bienenwaben auch als Vorbild in der Architektur, für Verpackungen und in der Technik.

    Bienenwaben haben eine sechseckige Form.
    Die Struktur von Bienenwaben dient auch in der Kunst und Architektur als Vorbild (hier: U-Bahn-Station in Ekaterinburg, Russland).

    Überlegt gemeinsam, warum Bienenwaben sechseckig sind!

    Info für Lehrende

    Das Bienenvolk

    Ein Bienenvolk besteht aus tausenden an Bienen. Im Sommer besteht es aus einer Königin, um die 50 000 Arbeiterinnen und einigen hundert Drohnen.

    Ordne die Bezeichnungen der Kastenwesen in einem Bienenstock richtig zu!

    Königin
    Drohne
    Arbeiterin
    Ziehe die passende Bezeichnung hierher!
    Königin
    Aussehen: verlängerter Hinterleib
    Größe: ca. 20 mm (größte Biene im Stock)
    Anzahl im Stock: 1
    Alter: ca. 5 Jahre
    Beschreibung:
    • einzig fruchtbares Weibchen im Stock
    • entwickelt sich in der Weiselzelle
    • Futter: Gelée royale
    • Begattung beim Hochzeitsflug
    • legt von Frühling bis Herbst ca. 180 000 Eier
    • hält das Volk mit Pheromonen zusammen
    Ziehe die passende Bezeichnung hierher!
    Drohne
    Aussehen: kräftig gebaut,
    große Komplexaugen,
    kein Giftstachel
    Größe: ca. 17 mm
    Anzahl im Stock: einige hundert
    Alter: einige Monate
    Beschreibung:
    • aus unbefruchteten Eiern
    • Aufgabe: Begattung der Königin (Hochzeitsflug)
    • werden im Spätsommer aus dem Stock vertrieben (Drohnenschlacht; verhungern ohne Fütterung)
    Ziehe die passende Bezeichnung hierher!
    Arbeiterin
    Aussehen: gut ausgebildete Mundwerkzeuge,
    Giftstachel,
    Sammelbeine (3. Beinpaar)
    Größe: ca. 15 mm
    Anzahl im Stock: ca. 50 000
    Alter: 4-6 Wochen (Herbstbienen ca. 5 Monate)
    Beschreibung:
    • aus unbefruchteten Eiern
    • meist unfruchtbar
    • übernehmen im Laufe ihres Lebens verschiedene Aufgaben im Stock
    Perfekt, alle Bezeichnungen wurden richtig zugeordnet!

    Eine Königin legt von Frühling bis Herbst ungefähr 2 000 Eier pro Tag. Die Legeleistung einer Königin kann aber variieren. Überlegt gemeinsam, wovon diese abhängt!

    Info für Lehrende

    Eine Bienenkönigin kann etwa 5 Jahre alt werden. Beim Hochzeitsflug sammelt sie den Samenvorrat, den sie für ihr ganzes Leben braucht. Manchmal geht dieser Vorrat früher zur Neige. Dann kann die Königin nur noch unbefruchtete Eier legen. Überlege, was das für das Bienenvolk zur Folge hat!

    Aus unbefruchteten Eiern entstehen nur Drohnen, also männliche Bienen. Diese können die Aufgaben im Stock nicht übernehmen. Weil keine neuen Arbeiterinnen mehr schlüpfen, fehlt es bald an Bienen, die den Stock sauber halten, die Brut pflegen oder Nektar sammeln. Dadurch wird das Bienenvolk immer schwächer und kann schließlich nicht mehr überleben. Ohne Eingreifen einer Imkerin oder eines Imkers – zum Beispiel durch das Einsetzen einer neuen, begatteten Königin – würde das Volk sterben.

    Die Aufgaben der Arbeiterinnen

    Eine Sommerbiene hat ein kurzes, aber sehr abwechslungsreiches Leben: zuerst ist sie Reinigungskraft, dann Kindermädchen, Baumeisterin, Wachpersonal und schließlich Sammelbiene.

    Hier lernst du die Aufgaben der Arbeiterinnen noch genauer kennen!

    Ordne die Aufgaben der Biene der Reihe nach!

    Putzbiene
    Putzbiene
    Säuberung der Brutzellen für neue Eier und der Futterwaben für Vorräte (Honig, Pollen)
    Ammenbiene
    Ammenbiene
    Pflege und Aufzucht der Brut
    • Tag 4 bis 6: Fütterung der älteren Larven mit einem Honig-Pollen-Gemisch
    • Tag 7 bis 11: Fütterung der jungen Larven mit Futtersaft und Gelée royale
    Baubiene
    Baubiene und Vorratspflege (Nestbautätigkeit)
    • Wachsproduktion zur Wabenerneuerung und zum Verschließen der Honig- und Brutzellen mit einem Wachsdeckel
    • Einlagerung und Pflege der Vorräte
    Wächterbiene
    Wächterbiene
    Bewachung des Fluglochs (Eingang des Bienenstocks) zum Schutz vor Eindringlingen
    Sammelbiene
    Sammelbiene (Flugbiene)
    sammeln von Nektar, Pollen, Propolis und Wasser außerhalb des Stocks

    Die Bienensprache

    Honigbienen kommunizieren auf vielfältige Weise: durch Pheromone, Vibrationen und Berührungen und durch spezielle Tänze, mit denen sie andere Bienen über eine lohnende Futterquelle informieren. Da es im Bienenstock dunkel ist, folgen die anderen Bienen der Tänzerin dicht, um ihre Bewegungen zu verfolgen und den Geruch der Futterquelle aufzunehmen.

    Rundtanz

    Beim Rundtanz läuft eine Honigbiene in kleinen Kreisen und ändert nach jeder vollständigen Umdrehung die Drehrichtung. Mit diesem Verhalten zeigt sie an, dass sich eine Futterquelle in der Nähe des Bienenstocks befindet – meist in einem Umkreis von bis zu 100 Metern. Je ergiebiger die Quelle ist, desto intensiver und lebhafter tanzt die Biene.

    Der Rundtanz
    Rundtanz

    Schwänzeltanz

    Liegt eine Futterquelle weiter entfernt (ab ca. 100 m), geben Honigbienen Informationen über die Futterquelle mit dem sogenannten Schwänzeltanz weiter. Dabei beschreibt die Biene die Form eines Achters. Auf der geraden Mittelstrecke (Schwänzelstrecke) bewegt sie den Hinterleib hin und her, das nennt man Schwänzeln.

    Mit dem Schwänzeltanz werden folgende Informationen zur Lage der Futterquelle weitergegeben:

    • Entfernung: Je weiter entfernt die Futterquelle liegt, desto länger ist die Schwänzelstrecke und desto weniger Tanzrunden führt die Biene pro Minute aus.
    • Richtung: Die tanzende Biene läuft auf der Schwänzelstrecke in eine bestimmte Richtung nach oben oder schräg. Diese Richtung steht für den Winkel zur Sonne.
    • Ergiebigkeit: Je ergiebiger eine Futterquelle, desto häufiger und lebhafter wird der Tanz wiederholt.
    Eine Biene beschreibt Richtung und Entfernung mit dem Schwänzeltanz auf der Honigwabe.

    Beobachte den Schwänzeltanz und klicke auf den Ort der vermuteten Futterquelle!

    24. Die Honigbiene: Ein besonderes Nutztier
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