In Österreich sind etwa 40 000 Insektenarten bekannt. Zu den artenreichsten Ordnungen gehören Käfer, Zweiflügler, Schmetterlinge und Hautflügler. Auf dieser Seite lernst du diese Gruppen näher kennen. Die Hautflügler werden dabei am Beispiel der Ameisen behandelt.
Arbeitsmittel
Arbeitsblatt
Info für Lehrende
Eingeloggte Lehrer*innen werden hier durch Unterrichtsvorschläge und Zusatzinformationen zur Seite und zu Lernzielen unterstützt. Mehr zu SchuBu+
Standort Österreich
Aufgrund der unterschiedlichen Lebensräume in Österreich sind Insekten mit einer hohen Artenvielfalt vertreten.
Man findet sie in Wäldern, auf Wiesen und Weiden, auf Ackerflächen, in Feuchtgebieten (z. B. Auen), an und in Gewässern, in Städten und in den Alpenregionen.
Abb. 1
Die Gebänderte Prachtlibelle lebt an langsam fließenden Gewässern.
Gehörnte Mauerbiene
Abb. 2
Mauerbienen trifft man auch in unseren Gärten und Parks an.
Abb. 3
Der Alpenapollo kommt in den Zentralalpen in einer Höhe von 1 600 bis 2 800 m vor.
Auch in Österreich sind Insekten durch Lebensraumverlust, die intensive Landwirtschaft, den Einsatz von Pestiziden und den Klimawandel bedroht.
Schutzgebiete (z. B. Nationalparks), der ökologische Landbau (z. B. reduzierter Pestizideinsatz) und wichtige Initiativen (z. B. Bienenweiden) sind wichtige Maßnahmen, um den Bestand der Insekten zu sichern.
Abb. 4
Bienenweiden sind Pflanzen, die besonders viel Nektar und Pollen produzieren und daher von Bienen bevorzugt werden.
Da Insekten wechselwarme Tiere sind, haben sie unterschiedliche Strategien entwickelt, um die klimatischen Bedingungen im Winter zu überstehen.
Überlegt gemeinsam, welche Strategien das sein könnten!
Greift dazu auch auf euer Wissen über andere wechselwarme Tiere (z. B. Reptilien) zurück!
Info für Lehrende
Mit SchuBu+ erhalten Lehrer*innen hier kontextbezogene Zusatzinformationen, wie Lösungsvorschläge und Tipps für den Unterricht.
Abb. 5
Zitronenfalter überwintern frei in der Natur, z. B. auf Zweigen. Wie kann er so den Winter überstehen?
Bestimmt bist du bereits eine erfahrene Entomologin bzw. ein erfahrener Entomologe (Insektenforscher) und kannst folgende Arten benennen!
Feldmaikäfer
Gemeiner Mistkäfer
Zitronenfalter
Aurorafalter
Rote Waldameise
Ackerhummel
Stubenfliege
Pferdebremse
Grüne Stinkwanze
Beerenwanze
Gemeine Blutzikade
Große Graszirpe
Grünes Heupferd
Feldgrille
Große Königslibelle
Blauflügel-Prachtlibelle
Europäische Gottesanbeterin
Große Rosenblattlaus
Katzenfloh
Gemeiner Ohrwurm
Kopflaus
Ich niste in Baumhöhlen. Ich suche nach Stellen am Baumstamm, welche leicht aufgeklopft werden können und verhindere dadurch die weitere Fäulnis dieser Bäume.
______
Faszinierende Käfer
Käfer spielen in Ökosystemen eine wichtige Rolle:
Sie bestäuben Pflanzen, zersetzen abgestorbenes organisches Material, fressen Schädlinge und sind eine wichtige Nahrungsquelle für andere Tiere.
Käfer erkennt man an ihrem festen Brustschild und den harten Deckflügeln, mit denen sie ihren Körper schützen.
Die Deckflügel bedecken die weichen Hinterflügel, einen Teil der Brust und den Hinterleib.
Wenn ein Käfer fliegt, klappt er die Deckflügel zur Seite und breitet die dünnen Flugflügel (Hinterflügel) darunter aus.
Feldmaikäfer
Abb. 6
Der Körper der Käfer wird von einem harten Chitinpanzer geschützt.
Abb. 7
Die harten Deckflügel werden beim Flug angehoben und nach vorne geklappt.
Hier lernst du bekannte, heimische Käfer kennen. Ordne den Beschreibungen das richtige Bild zu!
Zweiflügler: meisterhafte Flieger
Wie der Name verrät, haben Zweiflügler statt den bei anderen Insekten üblichen vier Flügeln nur zwei.
Die Hinterflügel sind zu Schwingkölbchen (Halteren) umgebildet.
Diese helfen den Zweiflüglern dabei, ihre Fluglage zu stabilisieren und das Gleichgewicht zu halten.
Damit können sie besonders gut steuern und fliegen.
Abb. 8
Schau genau hin! Siehst du die Haltern dieser Schnake?
Abb. 9
Bei dieser Großaufnahme ist eine Haltere gut erkennbar.
Info für Lehrende
Mit SchuBu+ erhalten Lehrer*innen hier kontextbezogene Zusatzinformationen, wie Lösungsvorschläge und Tipps für den Unterricht.
Die Ordnung der Zweiflügler umfasst Mücken und Fliegen.
Die Gemeine Stubenfliege, die Goldfliege, die Gemeine Stechmücke, Trauermücken und Fruchtfliegen begegnen uns häufig.
Abb. 10
Die schillernde Goldfliege kommt fast weltweit vor.
Abb. 11
Stechmücken sind meist nicht gerne gesehen, da die Weibchen Blut benötigen, damit sich ihre Eier entwickeln können. Die Männchen ernähren sich von Pflanzensäften.
Abb. 12
Trauermücken verdanken ihren Namen der dunklen Färbung.
Die Schwebfliegen sind eine ganz besondere Familie der Zweiflügler.
Man erkennt sie an ihrem Schwirrflug (sie können in der Luft „stehen“), was auch durch ihren Namen angedeutet wird.
Video 1
Schwirrflug einer Mistbiene. Der Name ist irreführend, die Mistbiene ist eine Schwebfliege.
Schwebfliegen können sehr unterschiedlich aussehen.
Manche Arten ahmen wehrhafte Hautflügler (wie Wespen oder Bienen) nach, um Fressfeinde abzuschrecken.
Mimikry bedeutet, dass ein Lebewesen das Aussehen, das Verhalten oder andere Merkmale eines anderen Lebewesens nachahmt, um einen Vorteil zu erlangen – meist zum Schutz vor Fressfeinden.
Zum Beispiel kann eine harmlose Art wie ein gefährliches oder ungenießbares Tier aussehen.
Kannst du die Schwebfliegen von verschiedenen Hautflüglern unterscheiden? Ordne richtig zu!
0 / 8
Spinnetier oder Insekt?
Bravo, geschafft!
So erkennt man Schwebfliegen:
2 statt 4 Flügel
sie haben kurze, stummelige Fühler
sie haben große Facettenaugen
Schwirrflug
Prächtige Schmetterlinge
Diese Ordnung der Insekten zeichnet sich durch ihre auffälligen, meist bunt beschuppten Flügel aus.
Abb. 13
Schuppen eines Schmetterlingsflügel unter dem Mikroskop.
Abb. 14
Die Augenflecken des Tagpfauenauges wirken wie die Augen eines größeren Tiers. So werden Fressfeinde abgeschreckt.
Abb. 15
Die Flügelunterseite des Blauen Eichen-Zipfelfalters.
Die erwachsenen Schmetterlinge ernähren sich vor allem von Nektar, während die Larven (bei Schmetterlingen auch Raupen genannt) meist Pflanzen fressen.
Schmetterlinge sind wichtige Bestäuber und Bioindikatoren.
Abb. 16
Diese Aufnahme zeigt den Kopf und den eingerollten Saugrüssel des Kleinen Kohlweißlings.
Abb. 17
Die Raupen des Tagpfauenauges ernähren sich hauptsächlich von Brennnessel-Blättern.
Überlegt gemeinsam:
Welche Funktionen erfüllen die unterschiedlich gefärbten, beschuppten Flügel der Schmetterlinge?
Warum sind die Raupen oftmals ganz anders gefärbt als der erwachsene Schmetterling (Imago)?
Info für Lehrende
Mit SchuBu+ erhalten Lehrer*innen hier kontextbezogene Zusatzinformationen, wie Lösungsvorschläge und Tipps für den Unterricht.
Nach ihrem Aussehen und ihrer Lebensweise werden Schmetterlinge in Tagfalter und Nachtfalter eingeteilt.
Tagfalter sind oft bunt gefärbt und auffällig gemustert.
Sie haben einen schlanken Körper und halten ihre Flügel in Ruhe meist senkrecht nach oben.
Nachtfalter sind häufig unauffällig gefärbt.
Ihr Körper ist oft kräftiger und pelziger als jener der Tagfalter.
In Ruhe sind ihre Flügel meist flach oder dachförmig über dem Körper positioniert.
Abb. 18
Das Waldbrettspiel ist ein Tagfalter.
Abb. 19
Der Birkenspanner ist ein Nachtfalter.
Lerne hier verschiedene Gruppen der Schmetterlinge und ihre Vertreter kennen, indem du jeweils 2 passende Beispiele zu den Beschreibungen findest!
Test
Ameisen: klein, aber oho!
Ameisen zählen – wie Bienen, Hummeln und Wespen – zu den Hautflüglern. Diese Insektenordnung ist sehr vielfältig und hat eine wichtige ökologische Bedeutung, etwa als Bestäuber (z. B. Bienen und Hummeln) oder durch ihre Rolle im Nährstoffkreislauf (z. B. Ameisen).
Veränderliche Hummel
Abb. 20
An dieser Hummel erkennt man die Merkmale der Hautflügler: Das hintere Flügelpaar ist meist kleiner. Sie haben eine Verengung zwischen Brust und Hinterleib.
Rote Waldameise
Abb. 21
Ameisen sind Hautflügler, auch wenn sie nicht immer Flügel tragen.
Viele staatenbildende Insekten sind Hautflügler, darunter Honigbienen, viele Hummelarten und Ameisen.
Lichtscheue Bodentermite
Quelle in Seiteninfo
Auch Termiten sind staatenbildende Insekten.
Sie werden oftmals mit Ameisen verwechselt, da sie ihnen ähnlich sehen.
Termiten sind nahe mit Schaben verwandt.
Sie sind in Österreich nicht heimisch und kommen vor allem in tropischen und subtropischen Regionen vor.
Wichtige Unterscheide zu Ameisen: Termiten sind hemimetabol, ernähren sich vor allem von Holz und Pflanzenmaterial und haben einen breiten Übergang von Brust zu Hinterleib.
Staatenbildende Insekten leben in großen, sozialen Gruppen, die man Staaten nennt.
In diesen gibt es Arbeitsteilung:
Die verschiedenen Aufgaben übernehmen Tiere aus unterschiedlichen Kasten.
Eine Kaste ist eine Gruppe von Tieren mit derselben Rolle im Staat, zum Beispiel Königin, Arbeiterinnen oder Männchen.
Die Familie der Ameisen ist sehr artenreich.
Weltweit wurden bisher über 14 000 Arten beschrieben, in Österreich kommen zirka 140 Arten vor.
Häufige heimische Vertreter sind beispielsweise die Rote Waldameise, die Schwarze Wegameise, die Gelbe Wiesenameise und die Rote Gartenameise.
Abb. 22
Schwarze Wegameise
Abb. 23
Gelbe Wiesenameise
Abb. 24
Rote Gartenameise
Alle Ameisenarten sind staatenbildend.
Sie durchlaufen, wie alle Hautflügler, eine vollständige Entwicklung.
Ihre geknickten Fühler dienen der Kommunikation und der Orientierung.
Zwischen Brust und Hinterleib haben sie eine für Ameisen typische Einschnürung, wodurch ein oder zwei sogenannte Stielchen vorliegen.
Abb. 25
Trockenrasen-Knotenameisen
Bedeutung von Ameisen
Ameisen sind ganz besondere Tiere, die fast überall auf der Welt leben.
Sie spielen in den unterschiedlichen Ökosystemen eine wichtige Rolle.
Stell dir vor, es würde plötzlich keine Ameisen mehr geben! Was würde sich in der Natur verändern? Welche Auswirkungen hätte das auf andere Tiere, Pflanzen und uns Menschen?
Info für Lehrende
Mit SchuBu+ erhalten Lehrer*innen hier kontextbezogene Zusatzinformationen, wie Lösungsvorschläge und Tipps für den Unterricht.
Abb. 26
Ameisen leben in Symbiose mit Blattläusen: Sie schützen die Blattläuse vor Fressfeinden und erhalten im Gegenzug den ausgeschiedenen Honigtau als Nahrung.
Abb. 27
Die Samen mancher Pflanzenarten werden durch Ameisen verbreitet.
Die Ameisenkolonie
Ameisen leben in Kolonien mit streng organisiertem Kastenwesen, die oftmals aus mehreren Tausend Individuen bestehen.
Eine Kolonie besteht aus Arbeiterinnen, Männchen und meist einer Königin.
Die Arbeiterinnen sind kleiner, unfruchtbar und manchen die Mehrzahl der Ameisen in der Kolonie aus. Ihre Aufgaben hängen vom Alter ab: Junge Arbeiterinnen pflegen die Brut. Etwas ältere sind für den Nestbau, die Pflege der Königin und das Putzen des Nests zuständig. Die ältesten begeben sich auf Nahrungssuche und verteidigen das Nest.
Die Männchen paaren sich beim Hochzeitsflug mit einer Jungkönigin. Während dieser Zeit sind sie geflügelt. Sie sterben meist kurz nach der Paarung.
Die Königin ist das einzige geschlechtsreife Weibchen in der Kolonie und legt die Eier. Während des Hochzeitsflugs, bei dem sich die Jungkönigin mit mehreren Männchen paart, ist sie geflügelt. Der Hochzeitsflug findet nur einmal im Leben einer Königin statt. Die Königin speichert das Sperma in einem speziellen Organ (Spermathek). Nach dem Hochzeitsflug sucht die Königin nach einem geeigneten Ort, um eine neue Kolonie zu gründen.
Ordne die Bezeichnungen der Kastenwesen richtig zu!
Königin
Arbeiterin
Männchen
Ziehe die passende Bezeichnung hierher!
Größe:9 bis 11 mm
Alter:bis zu 15 Jahre
Beschreibung:
Die Königin ist das einzige geschlechtsreife Weibchen und legt die Eier.
Beim einmaligen Hochzeitsflug paart sie sich mit mehreren Männchen und speichert das Sperma in einem speziellen Organ (Spermathek) in ihrem Körper.
Anschließend sucht sie einen Ort zur Gründung einer neuen Kolonie.
Ziehe die passende Bezeichnung hierher!
Größe:4 bis 9 mm
Alter:1 bis 3 Jahre
Beschreibung:
Die Arbeiterinnen sind kleiner, unfruchtbar und bilden die Mehrheit der Kolonie.
Ihre Aufgaben ändern sich mit dem Alter: Junge pflegen die Brut, ältere kümmern sich um Nestbau, Königin und Reinigung, die ältesten suchen Nahrung und verteidigen das Nest.
Ziehe die passende Bezeichnung hierher!
Größe:9 bis 11 mm
Alter:wenige Wochen bis Monate
Beschreibung:
Die Männchen paaren sich mit einer Jungkönigin beim Hochzeitsflug.
Während dieser Zeit sind sie geflügelt.
Der Hochzeitsflug findet statt, wenn eine bestehende Kolonie Geschlechtstiere (also Königin und Männchen) hervorbringt, um eine neue Kolonie zu gründen.
Perfekt! Alle Karten richtig zugeordnet!
Die Arbeiterinnen kümmern sich um die Larven, obwohl sie nicht ihre eigenen Nachkommen sind. Warum ist das so?
Die Arbeiterinnen sind eng mit den Larven verwandt.
Sie sind ihre Schwestern oder Halbschwestern und teilen viele gemeinsame Erbanlagen (Gene).
Auch bei anderen Tieren unterstützen sich nahe Verwandte gegenseitig, beispielsweise bei Honigbienen, Wespen, Nacktmullen, Erdmännchen und Wölfen.
Das Leben in einer Ameisenkolonie ist durch die klare Arbeitsteilung sehr gut organisiert.
Das Nest (auch Ameisenbau genannt) ist in Kammern und Gänge strukturiert. Es gibt Brutkammern, Vorratskammern und Abfallkammern.
Die Eingänge können verschlossen werden, um die Temperatur im Bau zu regulieren.
Abb. 29
Rote Waldameisen bauen ihre Nester meist an sonnigen, warmen Plätzen im Wald, häufig auch am Waldrand oder auf Lichtungen. Es ist nur der Ameisenhügel sichtbar, ein großer Teil des Nests erstreckt sich unterirdisch.
Verständigung und Orientierung
Ameisen kommunizieren und orientieren sich vor allem über Duftstoffe, sogenannte Pheromone, um anderen Ameisen Botschaften zu hinterlassen.
Beispielsweise markieren sie damit Wege zur Futterstelle oder warnen damit vor Gefahren. Wird der Weg von vielen Ameisen genutzt, spricht man von einer Ameisenstraße.
Außerdem nutzen sie ihre Fühler, um sich gegenseitig zu berühren und damit Informationen auszutauschen.
Waldknotenameise
Quelle in Seiteninfo
Ameisen können mit ihren Mundwerkzeugen kräftig zubeißen. Viele Ameisenarten (z. B. Rote Waldameise) nutzen zusätzlich eine chemische Verteidigung. Sie versprühen Ameisensäure aus ihrem Hinterleib, um Feinde abzuschrecken. Manche Arten (z. B. Rote Gartenameise) haben einen Giftstachel, mit dem sie sich verteidigen können.
Abb. 30
Ameisen markieren den Weg mit Duftstoffen, damit die Tiere den Weg zur Futterquelle und zurück zum Nest finden. Wird der Weg von vielen Ameisen genutzt, spricht man von einer Ameisenstraße.
Die SchuBu-Ameisen
Die SchuBu-Ameisen handeln nach bestimmten Regeln. Beobachte die Ameisen und überlege, welche Regeln das sein könnten!
Info für Lehrende
Mit SchuBu+ erhalten Lehrer*innen hier kontextbezogene Zusatzinformationen, wie Lösungsvorschläge und Tipps für den Unterricht.
Abb. 31
Nach welchen Regeln handeln die Ameisen auf unserer Homepage?