Weichtiere: Meister der Vielfalt
Die Weichtiere (Mollusken) sind ein sehr artenreicher und vielfältiger Tierstamm. Sie leben vor allem im Meer, aber auch in Süßwasser und an Land. Ihr Körper ist weich und besitzt weder Innenskelett noch Panzer. Häufig wird er durch eine Kalkschale geschützt. Lerne hier die faszinierende Welt der Schnecken, Muscheln und Kopffüßer kennen!
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Weichtiere stellen sich vor
Der Stamm der Weichtiere ist sehr vielfältig. Die meisten Arten leben im Meer, es gibt aber auch Weichtiere im Süwasser und an Land. Die drei bekanntesten Klassen sind Schnecken, Muscheln und Kopffüßer, zu denen auch die Tintenfische gehören.
Man begegnet Schnecken im Garten oder findet Muscheln am Strand. Doch viele wissen gar nicht, wie faszinierend Weichtiere sind. Hast du gewusst, dass Schnecken sogar tolle Haustiere sein können?
Wusstest du dass, ...
... Schnecken heulen können?
Merkmale der Weichtiere
Das namensgebende Merkmal ist ihr weicher Körper ohne Innenskelett. Häufig besitzen sie eine Kalkschale, die ihren Körper schützt. Je nach Lebensraum atmen die Weichtiere mit Kiemen (im Wasser) oder einer Lunge (an Land). Muscheln und Schnecken haben ein offenes Kreislaufsystem, während Kopffüßer einen geschlossenen Blutkreislauf haben.
Der Körper der Weichtiere ist meist in folgende Teile gegliedert:
- Kopf: mit Mund und manchmal Fühlern
- Fuß: zur Fortbewegung
- Eingeweidesack: enthält die inneren Organe
Ein besonderes körperliches Merkmal der Weichtiere ist der Mantel. Er schützt die inneren Organe und bildet den sogenannten Mantelraum. Je nach Tiergruppe übernimmt der Mantel weitere unterschiedliche Aufgaben: So bildet er bei Gehäuseschnecken das Schneckenhaus, bei Muscheln die beiden Schalenhälften und unterstützt bei den Kopffüßern die Fortbewegung, indem er Wasser ausstößt.
An den Stränden mancher Länder (
Schnecken
Schnecken sind viel mehr als nur langsam und schleimig: Sie haben einen ganz besonderen Körperbau, sind faszinierend zu beobachten und spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem. Man muss nur genau hinschauen!
In Österreich leben Gehäuseschnecken – sowohl an Land als auch im Wasser – sowie verschiedene Nacktschnecken. Schnecken sind eine wichtige Nahrungsquelle für viele Tiere und tragen zur Bodengesundheit bei, indem sie den Boden lockern und organisches Material zersetzen. Landschnecken ernähren sich von Pflanzen, Blättern und Pilzen. Manche Arten fressen auch abgestorbene Tiere oder sogar andere Schnecken.
Schnecken haben ein typisches äußeres Erscheinungsbild. Ihre Augen sitzen an den Enden der langen Fühler, die sie bei Gefahr einziehen können. Der gesamte Körper ist von einer feuchten Schleimschicht überzogen, die vor Austrocknung schützt und die Fortbewegung erleichtert. Zum Kriechen nutzen Schnecken ihren länglichen, muskulösen Fuß.
Hast du schon einmal Schnecken beim Fressen beobachtet? Sie haben eine Raspelzunge (Radula), die mit vielen kleinen Zähnchen besetzt ist. Damit raspeln oder schaben sie die Nahrung von der Oberfläche ab.
Fortpflanzung
Viele Schneckenarten, vor allem Landschnecken, sind Zwitter. Das bedeutet, dass jede Schnecke sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane hat. Trotzdem braucht es in den meisten Fällen zwei Schnecken, die sich gegenseitig befruchten.
Bei der Paarung tauschen die Schnecken ihre Samen aus. Manche Arten, wie die Weinbergschnecke, verwenden dabei sogenannte Liebespfeile (kleine Kalkstifte), die sie sich gegenseitig in den Körper schießen, um den Fortpflanzungserfolg zu erhöhen. Nach der Paarung erfolgt die Befruchtung der Eier im Körper der Schnecke selbstständig.
Hier lernst du über die Anatomie von Gehäuseschnecken am Beispiel der Weinbergschnecke kennen!
Heimische Schneckenarten
Hier kannst du überprüfen, wie gut du mit heimischen Schneckenarten vertraut bist!
Manche Schneckenarten, die in Österreich vorkommen, wurden vom Menschen eingeschleppt.
Invasive Arten sind Organismen, die ursprünglich nicht in einem bestimmten Gebiet heimisch waren, aber durch den Menschen – absichtlich oder unbeabsichtigt – eingeführt wurden und sich dort stark ausbreiten.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Spanische Wegschnecke. Sie wurde vermutlich in den 1960er-Jahren durch den Handel mit Pflanzen und Erde nach Mitteleuropa eingeschleppt. Die Spanische Wegschnecke stellt nicht nur für Gärtnerinnen und Gärtner sowie Landwirtinnen und Landwirte ein Problem dar, sondern kann auch natürliche Ökosysteme nachhaltig stören.
Diskutiert dazu gemeinsam:
- Warum konnte sich die Spanische Wegschnecke so stark ausbreiten?
- Welche Folgen könnte das häufige Auftreten für die Umwelt haben?
- Was können Menschen tun, um die Verbreitung einzudämmen?
Muscheln
Muscheln wirken auf den ersten Blick oft unscheinbar. Weil sie im Wasser meist eingegraben im Sand oder festgeheftet an Steinen leben, bekommt man sie nur selten zu Gesicht. Doch wenn man genauer hinschaut, entdeckt man: es gibt vieles über sie zu erfahren!
Ernährung
Muscheln haben eine besondere Ernährungsweise. Sie filtrieren Wasser und gewinnen dadurch kleine organische Partikel – Plankton, abgestorbenes organisches Material und Bakterien – aus dem Wasser.
Orientierung und Fortbewegung
Manche Muscheln – wie die Jakobsmuschel und andere Kammmuscheln – besitzen einfache Augen an den Rändern ihres Mantels. Damit können sie Hell und Dunkel unterscheiden und Bewegungen erkennen.
Muscheln können sich aktiv fortbewegen. Ob und wie Muscheln das machen, hängt von der Art und dem Lebensraum ab. Viele Muscheln haben einen muskulösen Fuß, den sie ausstrecken, im Boden verankern und mit dem sie ihren Körper nachziehen können.
Info für Lehrende
Was sind Perlen?
Perlen sind feste, glatte und glänzende Kugeln, die in bestimmten Muscheln (und manchen Schnecken) gebildet werden. Sie bestehen aus Perlmutt, einer Substanz aus Kalk und organischen Verbindungen. Perlen entstehen, wenn ein , zum Beispiel ein Sandkorn oder ein Parasit, in die Schale einer Muschel gelangt. Dieser wird dann mit Perlmutt umhüllt, um die Muschel zu schützen.
Heimische Muschelarten
Viele heimische Muschelarten sind gefährdet – vor allem durch Wasserverschmutzung (z. B. durch Pestizide oder Mikroplastik), Eingriffe in ihre Lebensräume (wie Flussbegradigungen) und die Konkurrenz durch invasive Arten. Hier lernst du bekannte heimische Muscheln kennen!
Kopffüßer
Betrachtet die Abbildungen und beobachtet den Kopffüßer im Video! Beantwortet dazu folgende Fragen!
- Welche Kopffüßer kennst du?
- Was haben diese Tiere gemeinsam? Was zeichnet Kopffüßer aus?
Die heute lebenden Kopffüßer werden in die ursprüngliche Gruppe der Perlboote und die Tintenfische eingeteilt. Hier kannst du dich über die bekanntesten Gruppen der Kopffüßer informieren!
Kopffüßer kommen ausschließlich im Salzwasser vor und sind weltweit in allen Meeren verbreitet.
Man findet sie in flachen Küstengewässern, am Meeresboden, im Freiwasser sowie in der Tiefsee. Die kleinsten Kopffüßer werden nur etwa
Gigantische Kopffüßer – oft als Riesenkraken bezeichnet – gelten seit Jahrhunderten als furchteinflößende Meeresungeheuer, die angeblich Schiffe und sogar Menschen in die Tiefe ziehen. Doch was steckt wirklich hinter diesen Legenden?
Erfahre hier, welche Geschichten sich darum ranken – und was dahinter stecken könnte!
Der Name Kopffüßer beschreibt ihr Aussehen: ihre Arme („Füße”) setzen direkt am an. Kraken haben acht kräftige, bewegliche Arme, die mit vielen Saugnäpfen besetzt sind. Damit können sie fühlen und etwas festhalten. Kalmare und Sepien haben zusätzlich zwei dünnere, längere Arme, sogenannte Tentakel.
Fast alle Kopffüßer sind aktive . Sie haben einen papageiartigen und eine Raspelzunge.
Faszinierende Kraken
Kraken sind für ihre Intelligenzleistungen bekannt. Sie können Farben und Formen erkennen, sich daran erinnern und durch Beobachtung oder Versuch und Irrtum lernen. Sie zeigen eine ausgeprägte Neugier und Problemlösefähigkeit.
Darüber hinaus können sich Kraken – wie Sepien – sehr gut tarnen: Sie können nicht nur ihre Farbe, sondern auch die Textur ihrer Haut blitzschnell an ihre Umgebung anpassen – dank spezialisierter Pigmentzellen (Chromatophoren) und Muskelfasern in der Haut.